Die sogenannten "Mittelmeerkrankheiten"

Über die "Mittelmeerkrankheiten" oder auch "Reisekrankheiten" wird immer wieder in den verschiedenen Medien berichtet und gewarnt. Leider wissen nur die Wenigsten darüber Bescheid, Berichte sind schlecht recherchiert und es werden bewusst oder unbewusst Gerüchte über diese Krankheiten verbreitet, die nicht der Wahrheit entsprechen. Auch wird es in den Medien weitestgehend verschwiegen, das die meisten dieser Krankheiten bereits in Deutchland heimisch sind.

Leider kennen sich selbst viele deutsche Tierärzte mit diesen Krankheiten nicht aus, so dass es wichtig werden kann, Spezialisten in Deutschland oder auch Tierärzte unserer europäischen Nachbarn zu kontaktieren.



- Leishmaniose (auf den Kanaren "Gott sei dank" bis jetzt noch kein Problem)
- Ehrlichiose
- Rickettsiose
- Babesiose
- Dirofilariose (Filaria)
- Zecken- Borreliose beim Hund
- Giardien

Information zu Mittelmeererkrankungen




Leishmaniose

In Mitteleuropa wird die Leishmaniose als klassische tropenmedizinische Infektionskrankheit gesehen. Sie nimmt derzeit stark zu und durch den wachsenden Tourismus in die Mittelmeerregionen steigt auch in Deutschland, der Schweiz und
Österreich die Zahl der Leishmaniosen bei Mensch und Tier.
Die Leishmanien können nur durch Sandmücken der Gattung Phlebotomus übertragen werden. Hin und wieder wird behauptet, dass Leishmanien durch Zecken, Flöhe, andere Mückenarten oder Milben, durch Beissereien zwischen
Hunden oder durch Speichel übertragen werden, diese Aussagen sind schlichtweg falsch und nicht dokumentiert !
Diese Sandmücken wurden in Deutschland 1999 entdeckt.
Durch den nächtlichen Stich der Sandmücke werden die Leishmanien zunächst unter der Haut und dann über das Blut in weitere Organe (Milz, Leber, Knochenmark) verbreitet. Krankheitsanzeichen treten oft erst Wochen, Monate oder Jahre nach der Ansteckung auf. Das Ausmaß reicht von Hautrötungen bis zu eitrigen Geschwüren, die nur schwer oder nicht heilen, Nasenbluten,
unstillbarer Durchfall, allgemeine Trägheit etc. runden das Bild ab. Es gibt aber keine typischen Symptome, die ausschließlich auf Leishmaniose deuten.
In Europa findet man nur die viscerale Form der Leishmaniose, die äußeren Veränderungen sind stets sekundär, immer sind auch die inneren Organe mehr oder weniger stark betroffen.
Eine Blutuntersuchung in Verbindung mit einem „Großen Blutbild" gibt Aufschluss über die Schwere der Erkrankung.
Unsere vermittelten Hunde, die ein Jahr und älter sind  haben bereits eine Untersuchung auf Leishmaniose bekommen. Der Test bei Welpen gibt kein aussagekräftiges Ergebnis, so dass wir bei der Übernahme eines Hundes unter einem Jahr empfehlen, das Tier in einem Alter von etwa einem Jahr, frühestens aber 4-6 Monate nach Ankunft in Deutschland testen zu lassen. Frühere Untersuchungen zeigen keine realistischen Ergebnisse, da durch die Umgewöhnung der Tiere an Klima, Futter etc. und Stress durch Kastration und Impfungen das
Immunsystem zu strapaziert ist und dadurch ein falsches Testergebnis bewirken kann.
Hunde, die von den kanarischen Insel stammen, sind nicht auf Leishmaniose getestet. Eine Studie an mehreren Hundert Hunden von den Kanaren ergab, dass lediglich 0,3 % der untersuchten Tiere an Leishmaniose erkrankt waren. Die Sandmücke kommt in diesem Gebieten nicht vor, so dass angenommen wird, dass die positiv getesteten Hunde vom spanischen Festland oder aus anderen Ländern eingeführt wurden.




Ehrlichiose


Ehrlichien sind bakterienähnliche Erreger, die durch den Biss von Zecken (Holzbock) übertragen werden. Im Mittelmeerraum findet man die Unterart Ehrlichia canis, in Deutschland, Schweden und Norwegen Ehrlichia
phagocytophila.
Bisher ist bei Hunden nur ein serologischer Nachweis (Antikörpertiter) bezüglich E. canis möglich. Damit ist aber (bei negativem Testergebnis) eine Infektion durch E.phagocytophila nicht ausgeschlossen. Eine Differenzierung der beiden Unterarten gelingt nur durch die genauere Untersuchung der Blutzellen, sind E. in den
Monozyten ist es eine importierte Infektion, also E. canis; sind sie in den Granulozyten, so liegt eine hier erworbene Ehrlichiose durch E. phagocytophila vor.
Einen deutlichen Hinweis auf eine Ehrlichiose überhaupt, unabhängig vom Erreger, liefert der ermittelte Blutwert für die Thrombozyten. Ist dieser Wert sehr niedrig oder grenzwertig, ist mit Ehrlichiose zu rechnen.
Ehrlichien leben in den Blutzellen. Die Erkrankung verläuft 3-phasig.
1.Phase:
Zunächst tritt hohes wiederkehrendes Fieber auf, der Hund erscheint matt, verweigert Futter, Erbrechen und Augenausfluss folgen. Vereinzelt treten Nasenbluten und punktförmige Schleimhautblutungen durch Rückgang der
Thrombozyten auf.
2.Phase:
Die Hunde erscheinen symptomlos, überstehen die Erkrankung oder entwickeln eine chronische Form, die 3.Phase.
3. Phase:
Hier besteht ständige Blutungsneigung, zusätzlich zu den schon genannten Symptomen findet man Blut im Urin, Kot, Bluthusten und Hämatome an den Gelenken. Man beobachtet schwankenden Gang, Muskelzuckungen,
Augenveränderungen, Milz- und Lymphknotenschwellungen, weiterhin, Erbrechen, Leistungsschwäche, Fressunlust und fortschreitende Abmagerung.
Die Behandlung erfolgt durch Gabe eines Antibiotikas (Doxycyclinhyclat) über mindestens 21, besser 28 Tage.




Rickettsiose


Symptome: punktförmige Hauteinblutungen, Lymphknotenentzündung, Enzephalitis, Nekrosen
Therapie: Antibiotika ---- Doxycyclinhyclat
Vorbeugung: Vor Zeckenbissen schützen. Läuse und Milben meiden.
Rickettsiosen sind Erkrankungen, die durch Bakterien der Gruppe der Rickettsien hervorgerufen werden. Übertragen werden diese Bakterien von verschiedenen Spinnentieren, auch von Zecken. Es gibt sehr viele verschiedene Rickettsien. Manche kommen weltweit vor, andere dagegen sind an bestimmte Regionen gebunden.
Je nach Erreger sind die Symptome unterschiedlich schwer.
Die Krankheitserscheinungen der unterschiedlichen Rickettsiosen sind sich ähnlich. Beim Menschen dringen die Bakterien in die Wände der Blutgefäße ein. Dadurch kommt es zu charakteristischen Einblutungen aus den feinen Kapillaren in die Haut oder die Schleimhäute. Diese Einblutungen sind punktförmig. Auch eine Entzündung der Lymphknoten (Lymphadenitis) ist sehr häufig. Schweren Verläufe bei bestimmten Erregern können zu einer Enzephalitis und zu ausgeprägten Hautschädigungen mit Gewebsuntergängen (Nekrosen) führen.
Rickettsien können mit Hilfe von verschiedenen Labortest nachgewiesen werden. Die Therapie wird in der Regel mit einem Breitband-Antibiotikum - und zwar sofort bei einem hinreichenden Verdacht - eingeleitet. Eine frühzeitige Behandlung ist sehr wichtig. Außerdem ist, falls möglich, eine vorsorgliche Bekämpfung der Überträger z. B. von Läusen und Milben sinnvoll.


Babesiose


Babesiosen sind weltweit vorkommende Protozoenkrankheiten (Erreger: Babesia sp., Babesien), die durch verschiedene Zeckenarten übertragen werden.
In Frankreich und Spanien ist Babesiose weit verbreitet.
Babesien befallen die Erythrozyten. Babesiose beim Vieh wird weltweit durch die Erreger Babesia bigemia und B. bovis, in Europa hauptsächlich durch B. divergens verursacht.
Eine direkte Infektion von Hund zu Hund oder vom Hund zum Menschen ist nicht möglich.
Diagnose:
Das Erkrankungsbild richtet sich nach dem Schweregrad des Verlaufes, der alle Formen von latent, subakut, akut oder chronisch aufweisen kann.
Der akut erkrankte Hund ist in seinem Allgemeinbefinden stark beeinträchtig. Er zeigt Apathie, Mattigkeit, Fieber bis 42 Grad, blasse bis gelbliche Schleimhäute, rot bis grünbrauner Urin, Leber- und Milzvergrößerung, sowie Anämie.
Der chronische Verlauf ist gekennzeichnet durch unauffällige Symptomatik. Die Anämie (Blutarmut) bleibt erhalten. Es werden zerebrale Schädigungen beschrieben, die sich in Lähmungen, Bewegungsstörungen und auch in epileptischen Anfällen äußern. Gründlichste Anamnese, mikroskopischer Nachweis des Erregers im Blutausstrich (Kapillarblut von der Ohrunterseite oder aus dem Nagelbett). Ein negativer Befund schließt eine Babesieninfektion nicht aus (chronischer Fall, symptomloser Träger). Für solche Fälle empfiehlt sich eine serologische Untersuchung (FAT oder ELISA-Test) in einem Speziallabor.
Inkubationszeit: Variabel zwischen 9 Tagen und 3 Wochen.
Es gibt in Deutschland zum aktuellen Zeitpunkt kein Präparat, welches zur Behandlung einer Babesioseerkrankung des Hundes registriert ist. Über die internationale Apotheke hat der Tierarzt die Möglichkeit, auf vorhandene Medikamente für diese Therapie zurückgreifen. Dabei muß darauf hingewiesen werden, daß der Besitzer eine solche Behandlung auf eigene Gefahr gestattet.
Für eine kausale Therapie ist das Medikament der Wahl:

IMIDOCARB(Carbesia)/(-dipropionat = Imizol® Coopers)



Dirofilariose (Herzwurmerkrankung)


Herzwürmer werden durch große Stechmücken übertragen. Von der Haut wandern die Larven der Herzwürmer in die Muskulatur, dringen in die Blutbahn ein und gelangen so bis zum Herz. Die Würmer leben dann in den Blutgefäßen und
können diese verstopfen. Die erwachsenen Würmer werden bis 30cm lang und siedeln sich häufig in der rechten Herzkammer und in der von dort in die Lunge führende Arterie an. Es kommt zu Einschränkungen der Herzfunktion.
Atemnot und chronischer Husten sind typische Symptome.
Ein Nachweis im Labor ist erforderlich.
Als Behandlung kommen eigentlich nur 2 Spritzen mit dem Medikament
Immiticide / Merial, 2,5 mg/kg in Frage, welche genau in einem Abstand von 24 Stunden, tief intramuskolär, verabreicht werden müssen. Vorab sollte man dem Hund ca. 14Tage lang ein blutverdünnendes Mittel, wie z.B. Aspirin verabreichen.

Als eine Alternative zu der o.a. Methode wird durch einige Tierärzte empfohlen, den Hunden ein Leben lang, einmal im Monat das Mittel Advocate (Spot on) zu verabreichen, welches eine weitere Vermehrung der adulten Würmer verhindert. Diese Alternative sollte allerdings nur gewählt werden, wenn der Befall der adulten Würmer noch nicht allzu gross ist.


In der Regel findet nur ein Test auf vorhandene Makrofilarien statt. So können sich trotz eines negativen Testergebnisses noch Mikrofilarien im Herzen befinden. Durch die Gabe des Wurmmittels „Milbemax“ über 3 Monate werden die Mikrofilarien abgetötet.
Wir empfehlen, nach Übernahme eines Hundes die Behandlung mit „Milbemax“ über 3 Monate (1 Gabe/ Monat) durchzuführen.


Zecken-Borreliose beim Hund


Wer im Sommer mit seinem Vierbeiner durch Wälder, Wiesen und Parks streift, sollte daran denken, dass Zeckenbisse nicht nur für den Menschen gesundheitliche Folgen haben können.
Die Zecken-Borreliose (Lyme-Borreliose) ist eine vor allem chronisch verlaufende, schwierig zu diagnostizierende, bakterielle Infektionskrankheit beim Hund.
Die Erreger der Borreliose sind Borrelien. Dabei handelt es sich um winzige, korkenzieherartige Bakterien. In Europa spielen drei Borrelienspezies eine Rolle:

* Borrelia burgdorferi sensu stricto (weltweit vorkommend)

* Borrelia afzalii (nur in Europa)

* Borrelia garini (nur in Europa) 3

Ansteckung:
Die Borreliose kann von allen bekannten Zeckenarten auf den Hund übertragen werden. Eine Ansteckungsgefahr herrscht praktisch überall, wo es mit Borrelien infizierte Zecken gibt.
In stark befallenen Gebieten trifft das auf jede dritte Zecke zu. Sie halten sich vor allem in Laub- und Mischwäldern, auf Lichtungen und an Waldrändern mit Gräsern und in Gebieten mit viel Buschwerk auf. Es gibt sie auch in Hausgärten und städtischen Parks, nicht aber in Höhen von mehr als 1.200 Metern über dem Meeresspiegel. Die Zeckensaison beginnt im März und endet im Oktober, mit den beiden Höhepunkten Frühsommer und Herbst.

Überträger:
Die Überträger gehören zu den beim Hund bekannten Schildzecken (Ixodes), besonders bekannt ist der „gemeine Holzbock“ (Ixodes ricinus). Ausgewachsene Zecken erklettern Pflanzen bis 1,50 m Höhe und lassen sich auf vorbeistreifende Tiere fallen. Sie befinden sich dann zunächst auf dem Fell des Hundes und beißen sich erst später, meist an weniger behaarten Stellen fest.
Die Borrelien-Erreger wandern vom Verdauungstrakt der Zecke in ihre Speicheldrüse. Von dort gelangen sie beim Blutsaugen in die Haut des Hundes. Je länger die Zecke saugt, umso größer ist das Risiko einer Borrelieninfektion. Kontaktinfektionen zwischen Hunden, d.h. die Ansteckung von Hund zu Hund, spielen keine Rolle.
Inkubationszeit: Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit können mehrere Wochen bis Monate vergehen.
Symptome:
Viele Infektionen verlaufen symptomlos. Im Gegensatz zum Menschen scheint beim Hund das Stadium der Lokalreaktion nicht aufzutreten. Hierbei tritt beim Menschen eine halbmondförmige bis kreisrunde, feuerrote Stelle an oder in der Nähe der Zeckenbissstelle auf.
Die Krankheit beginnt oft erst Tage oder sogar Wochen bis Monate nach dem Zeckenbiss. Sichtbare Symptome entstehen häufig erst bei einer erneuten Infektion (Re-Infektion) oder bei Reaktivierung der Erreger, die irgendwo im Körper schlummern.
Die anfänglichen Symptome sind nicht sehr krankheitsspezifisch. Es treten Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Fieber auf, so wie man es bei vielen Infektionskrankheiten im Anfangsstadium antrifft. Im weiteren Verlauf beobachtet man Symptome wie Steifigkeit der Gliedmaßen, Lahmheiten, Schwellungen und Schmerzen der Gelenke, meist wechselnd zwischen den Gelenken der Vorder- und Hintergliedmaßen.
Auch die Muskulatur kann betroffen sein, die Hunde bewegen sich dann wie bei hochgradigem Muskelkater. Die dadurch gezeigten Lahmheiten sind meist besonders intensiv nach dem Aufstehen. Die Gelenkveränderungen sind immunbedingt.
Im weiteren Verlauf der Erkrankung können auch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden. Es treten Nervenentzündungen (Polyneuritiden) und Überempfindlichkeiten  im Rückenbereich auf. Auch das Herz und die Nieren können befallen sein. Seltener treten akute Hautentzündungen (Dermatitiden) auf. Die Haut wird dann flammend rot mit wässrigen Ausschwitzungen. Dieses Erscheinungsbild nennt man Hot spot.
Diagnose:
Hinweise geben die vorstehenden Symptome, die bei gegebener Zeckenexposition den Verdacht erbringen. Ein Nachweis der Borrelien in Blut, Liquor oder Harn ist nicht möglich. Empfohlen werden serologische Antikörper-Tests. Dazu wird dem Hund vom Tierarzt Blut abgenommen. Daraus wird Serum erstellt, welches ins Labor zur Untersuchung geschickt wird.
Eine andere Möglichkeit der Diagnosestellung bietet der Immunomigrations-Schnelltest. Mit diesem Schnelltest kann unter Praxisbedingungen direkt eine Untersuchung erfolgen. Dieser Test ist aber nicht in allen Praxen verfügbar und nicht so aussagekräftig.
Wichtig ist, dass Tests verwendet werden, die für alle auf der Welt bekannten Borrelienarten sensitiv sind. Teilweise treten falsch positive Tests auf. So wurde z.B. bei gesunden Hunden ein positiver Serumtest nachgewiesen. Es wurde festgestellt, dass dies durch Kreuzreaktionen entstehen kann, aber es wurden auch falsch positive Testergebnisse bei Hunden mit Zahnfleischentzündungen (Peridontitis) gefunden. Nur ein 4-facher Titeranstieg oder ein sehr hoher Anfangstiter ist für Borreliose beweisend. Ein negativer Titer schließt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Borrelioseinfektion aus.
Therapie:
Eine zwei bis vier Wochen lange Antibiotikabehandlung mit:

1. Tetracyclinen (Doxycyclin)
2. Amoxicillin
3. Cephalosporin
4. Über die Wirksamkeit von Erythromycin gibt er unterschiedliche Meinung.
Borreliose muss lange behandelt werden, da sich diese Erreger sehr langsam vermehren. Zur Behandlung der Schmerzen können Aspirin und nicht kortisonhaltige Schmerzmittel verwendet werden. Um die Heilung von Nerven zu unterstützen, erfolgt eine Vitamin B-Gabe. Je nach Erkrankungsbild und betroffenen Organen können auch homöopathische Medikamente eingesetzt werden.
Prognose: Die Prognose ist immer mit Vorsicht zu stellen, da es zu Rückfällen und Reinfektionen kommen kann.
Prophylaxe:
In Zeckengebieten sollten die Tiere in der Zeckenzeit durch Präparate gegen Zecken geschützt werden. Dazu gibt es verschiedene Medikamente, die in Form von Spot-on oder Spray auf den Hund aufgetragen werden können. Diese führen dazu, dass weniger Zecken auf das Tier geraten. Sollte sich doch einmal eine Zecke festsaugen, wird sie durch den Wirkstoff abgetötet.
Der Spot-on wird den Hunden aufgetragen, indem man die Haare zwischen den Schulterblättern scheitelt und die Flüssigkeit auf die Haut träufelt. Der Wirkstoff verteilt sich innerhalb eines Tages und lagert sich in der obersten Hautschicht ein. Diese Behandlung muss regelmäßig alle 4 Wochen durchgeführt werden. Da diese Präparate zwar gut, aber nicht hundertprozentig wirksam sind, sollten Hunde nach dem Spaziergang auf Zecken abgesucht werden. Dadurch können diese bereits vor dem Festsaugen abgelesen werden.
Sollte doch eine Zecke angebissen haben, benutzt man zur Entfernung eine spezielle Zeckenzange, die beim Tierarzt erhältlich ist. Dabei sind die in der Haut des Hundes steckenden Mundwerkzeuge der Zecke mit der Zange zu greifen. Danach wird ohne Zug so lange gedreht, bis die Zecke loslässt. Die Drehrichtung spielt dabei keine Rolle. Ein Quetschen des Zeckenkörpers ist unbedingt zu vermeiden, da dort die erregerhaltigen Speichedrüsen liegen. Damit man die Zecke bei einer plötzlichen Bewegung des Hundes nicht abreißt, sollte er von einer zweiten Person gut festgehalten werden.
Eine komplett entfernte Zecke sollte unbedingt getötet werden, da Zecken auch ohne jede Nahrung mehrere Jahre überleben können. Reißt das Vorderende der Zecke ab, kann der Kopf beim Tierarzt entfernt werden. Sollte das nicht möglich sein, kann die lokale Entzündung mit antibiotischen Salben behandelt werden. Nach einigen Tagen wird der Zeckenrest von der Haut abgestoßen. Die Angst, der Zeckenkopf könnte in den Körper wandern und dort Schwierigkeiten verursachen, ist unbegründet.
Auf keinen Fall sollten Öle, Nackellack oder Klebstoffe auf die Zecke aufgetragen werden. Diese Maßnahmen unterbinden die Atmung der Zecke. Der dadurch entstehende Stress löst die Absonderung des eventuell infizierten Speichels aus und erhöht damit die Gefahr einer Infektion.
Impfverfahren:
Seit einiger Zeit steht ein Impfstoff gegen die Lyme-Borreliose (Borrelia burgdorferi) für den Hund zur Verfügung.
Erstimpfung:
Geimpft werden können sowohl erwachsene Hunde einschließlich trächtiger Hündinnen, als auch Welpen ab der 12. Lebenswoche.
Zweitimpfung:
Um eine belastbare Immunität zu erlangen, muss im Abstand von 3 bis 5 Wochen eine Zweitimpfung erfolgen. Diese Grundimmunisierung kann das ganze Jahr über begonnen werden. Der beste Zeitpunkt ist jedoch die kalte Jahreszeit von Oktober bis Februar. In diesem zeckenfreien Zeitraum kann sich ein ausreichender Impfschutz aufbauen und der Hund ist mit Beginn der Zeckenzeit weitgehend geschützt.
Wiederholungsimpfung:
Damit der Impfschutz aufrecht erhalten bleibt, muss spätestens nach einem Jahr eine Wiederholungsimpfung stattfinden. Weitere Impfungen erfolgen jeweils jährlich. Bei hohem Infektionsdruck in starken Zeckengebieten oder bei häufigen Aufenthalten in diesen, zum Beispiel bei Jagdgebrauchshunden oder bei Hunden, die am Waldrand leben, wird eine halbjährliche Wiederholung empfohlen.
Geimpft werden dürfen nur gesunde Hunde, die zuvor entwurmt sein sollten. Treten bei Hunden trotz Impfung Borreliose-Symptome auf, sollte ein Bluttest durchgeführt werden, da eventuell alte, schon vor der Impfung entstandene Infekte erst mit Verzögerung ausbrechen können.
Die Impfung garantiert keinen absoluten Schutz. Außerdem können Zecken auch andere Krankheiten übertragen. Deshalb sollten auch geimpfte Hunde durch die Spot-on Behandlung gegen Zecken geschützt werden, bzw. das Festsaugen sollte durch gründliche Fellpflege vermieden werden.


Giardien


Die Giardien gehören unter den Einzellern zu der Gattung der Flagellaten (Geißeltierchen). Sie sind mikroskopisch kleine Durchfallerreger von birnenförmiger Gestalt. Auf der Bauchseite der Trophozoiten befindet sich eine Haftscheibe mit dem sie sich an der Dünndarm- und/oder Dickdarmschleimhaut festhalten können. Sie dringen also nicht in das Gewebe ein, sondern vermehren sich millionenfach auf der Oberfläche der Darmschleimhaut und können diese dadurch auch zerstören. Der Nachweis von Giardien im Kot gelingt erstmals frühestens 5 Tage nach der Infektion. Meist werden Jungtiere befallen, aber auch alte Tiere mit anderen schweren Grundkrankheiten. Aufgrund des entweder noch nicht richtig ausgebildeten Immunsystems oder eines geschwächten Immunsystems sind diese Tiere nicht "stark" genug, die Giardien zu eliminieren. Im Normalfall wird eine Infektion durch das Immunsystem nach wenigen Wochen spontan eliminiert. Falsche Ernährung der Tiere, wie z.B. kohlenhydratreiches Futter (und hierzu zählen alle Trockenfuttersorten) mit Veränderungen der Darmflora begünstigen die Krankheit, die durch akuten oder chronischen mit wechselweise auftretendem dünnflüssigem bis breiigem - mitunter auch mit Blut-geflecktem - Durchfall einhergeht. Aber auch Erbrechen bis hin zu Fieber kann die Folge einer Erkrankung sein.
Lange Zeit wurde der Antigennachweis aus Kostengründen nicht durchgeführt, jedoch findet er heute in den deutschen Laboren immer öfter Verwendung, weil er die sicherste Methode darstellt, Zystem im Kot nachzuweisen. Mit dem ELISA-Antigennachweis können selbst geringe Befallsraten ermittelt werden. Der Test basiert auf den Grundlagen eines Antigen-‚Capture‘-ELISA und dient dem Nachweis von Giardia-spezifischem Antigen in Kotproben. Ist der ELISA-Antigen-Test positiv ist der Befall als sicher anzusehen.
Grundsätzlich und für alle Medikamente gilt: Alle Tiere im Haushalt (z.B. Hunde) müssen mitbehandelt werden. Die Ansteckungsgefahr bei Giardien darf niemals unterschätzt werden! Und man darf auch nicht vergessen: Giardien gehören zu den Zoonosen und können auch beim Menschen schwere Krankheitsverläufe auslösen.
Panacur ist das Mittel der Wahl bei Giardien!!
Dosierung: 50 mg/kg KGW 1x täglich über 5 Tage - 3 Tage Pause - Wiederholung der Gabe über 5 Tage - ggfs. - wenn die Katze weiter Durchfall hat - nach 3 Tagen nochmalige Gabe über 5 Tage sowie nach 4-6 Monaten
Darreichungsform: Panacur steht in Tablettenform aber auch als Pet-Paste zur Verfügung. Panacur ist geschmacksneutral und deshalb ist die Gabe relativ einfach.
Ich möchte noch kurz erläutern, warum die Panacur-Gabe über einen längeren Zeitraum zu erfolgen hat: Giardien haben die Möglichkeit, sich in die Galle eines Lebewesens zurückzuziehen. Dort kann man sie mit Medikamenten, die über den Darm wirken, nicht erreichen. Deshalb sollte man nach einer Pause von 3 Tagen die Panacur-Gabe wiederholen.
Wir empfehlen, das Tier nach Übernahme mit Panacur zu behandeln!
Auf welche der genannten Krankheiten Ihr Hund getestet wurde, entnehmen Sie bitte dem bei der Vermittlung übergebenen Bluttestergebnis bzw. den Eintragungen im EU-Pass. Welpen sind grundsätzlich nicht auf die hier genannten Krankheiten getestet.
Wir empfehlen deshalb bei der Übernahme eines Welpen, diesen auf die sog. Mittelmeerkrankheiten testen zu lassen, wenn das Tier etwa 1 Jahr alt ist und mind. 4-6 Monate im neuen Haushalt lebt!
Wir beantworten gern Ihre weiteren Fragen zu diesen Themen und verweisen auf das Internet:

www.leishmaniose.de oder www.parasitus.com


Dieses Informationsblatt wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Die Verfasserin übernimmt für den Inhalt keine Gewähr und ist selbst keine Veterinärmedizinerin.



Michaela Wolf
April  2008

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